Wohnküche, Arbeitsküche oder offene Küche: Was passt zu mir?

Wohnküche, Arbeitsküche oder offene Küche: Was passt zu mir?

Folgt man Wohnpresse und Hauskatalogen, dann gibt es nur noch offene Küchen. Dabei haben auch andere Varianten ihre Vorteile: In der Arbeitsküche kann man in Ruhe werkeln, die Wohnküche ist ein unschlagbar gemütlicher Familienraum. Welche ist für mich die Beste?

 

Die Küche ist für viele der wichtigste Raum im Haus. Hier wird gekocht und oft auch gegessen, geklönt, der Alltag geplant und manchmal debattiert. Welche Küche am besten zu Ihnen passt, sollten allein Sie entscheiden und nicht die Innenarchitekten von Zeitschriften oder Ausstellungen. Was auf einem Foto toll aussieht, muss für Ihre Ansprüche nicht die beste Lösung sein.

 

Die offene Küche

Bei diesem Konzept, das derzeit sehr beliebt ist, gehen Wohn- und Esszimmer nahtlos in die Küche über. Zwischen dem Koch und seinen Gästen gibt es keinerlei Abgrenzung, manchmal schiebt sich eine halbhohe Küchenzeile oder eine Kochinsel dazwischen. Wer hier werkelt, hat Esstisch und Fernseher im Blick und kann beim Abschmecken mit den Gästen plaudern. Ein Fest für expressive Menschen, denen viel Ablenkung als Inspiration dient. Der Nachteil liegt auf der Hand: Das Coq au Vin ist später keine Überraschung mehr und der Geruch zieht bis in die Gardinen (außer man gönnt sich ein spezielles Downdraft-Abzugssystem, das zudem ohne störende Haube auskommt). Außerdem hat man auf dem Sofa abends keine Ruhe zum Lesen oder Fernsehen, wenn in Sicht- und Hörweite jemand die Spülmaschine bestückt.

 

Die Wohnküche

Wohnküchen sind der Inbegriff von Gemütlichkeit und von ländlicher Romantik – der Mittelpunkt eines munteren Familienlebens. Hier wird mit viel Liebe gebacken, während der Sohn die Hausaufgaben macht und die Tochter ihren Liebeskummer loswird. Hier toben die besten Parties. Und am Ende treffen sich alle am Tisch und genießen Torte oder Spaghetti. Herrlich, oder? Nun, nicht jeder will beim Essen auf die Töpfe schauen und genau da sitzen, wo Minuten vorher noch Knoblauch gepresst und Fisch gedünstet wurde. Eine klare Trennung von Arbeit und Freizeit bzw. Genuss kann auch ganz schön sein.

 

Die Arbeitsküche

Sie ist nach praktischen Gesichtspunkten gestaltet, hat viel Stauraum und Arbeitsfläche und ist top ausgestattet. Essplatz, Gardinen, oder andere Staubfänger sucht man vergebens. Hier geht es ums Kochen, um sonst nichts. Wer in dieser Küche werkelt, schätzt gewisse Konventionen und macht gerne die Tür hinter sich zu. Lärm und Gerüche bleiben drin, niemand schaut beim Essen auf Schmutziges Kochgeschirr, das Wohnzimmer ist „die gute Stube“. Und der Nachteil? Die Arbeit findet in jedem Fall fernab des übrigen Lebens statt. Koch oder Köchin bleiben für sich, die restlichen Familienmitglieder und die Gäste auch.

 

Welches der drei Konzepte passt am Besten? Wägen Sie ab, welches Bedürfnis für Sie das wichtigere ist: der Kontakt zu Familie und Gästen während des Kochens und die großzügige Raumwirkung. Das spricht für die offene Küche. Oder die Möglichkeit, einfach mal die Tür hinter sich zu schließen? Dann eignen sich Arbeits- und Wohnküche besser. Mitunter lassen sich Vorteile auch kombinieren: indem Sie zwischen Küche und Essbereich eine Schiebetür einbauen lassen.

 

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