5 Schritte für weniger Abfall im Bad

Macht auch ästhetisch so viel mehr her als Kunststoff-Verpackungen: unverpackte, feste Seifen zur Körperhygiene.

Im Badezimmer liegen klein und groß nah beieinander: Im kleinsten Raum unseres Hauses entsteht eine große Menge Abfall. Wir haben fünf Schritte gesammelt, die bei der Müllreduzierung helfen.

Laut „Zero Waste Europe“ stellt die globale Kosmetikindustrie jährlich 120 Milliarden Verpackungen her. 120 Milliarden Verpackungen. Das ist eine Menge. Manch eine dieser Verpackungen tummelt sich in unseren Badezimmern und später im Ozean: Denn synthetisches Plastik baut sich nicht biologisch ab. Es zerfällt in immer kleiner werdende Teile. Das sogenannte Mikroplastik landet dann über das Abwasser in unserer Umwelt.

Das Thema Müllreduzierung ist komplex. Wir konzentrieren uns heute auf alltagstaugliche Wege, etwas weniger Müll zu produzieren. Um das Badezimmer nachhaltiger zu gestalten, müssen Sie nicht sofort 100 Prozent geben. Die Umwelt freut sich auch über kleine Schritte. Und: Je leichter die Schritte sind, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie am Ball bleiben.

Sie möchten den Abfall in Ihrem Badezimmer reduzieren? Legen Sie los:

Schritt 1: Produkte aufbrauchen

Abfallreduktion meint nicht, dass wir durchs Haus gehen, alle „bösen“ Produkte wegwerfen und mit nachhaltigeren Alternativen ersetzen. Ein Beispiel: Würden wir die funktionierende elektrische Zahnbürste wegwerfen und mit einer Bambuszahnbürste ersetzen, würden wir wertvolle Ressourcen verschwenden. Der erste Schritt zum nachhaltigeren Bad ist also: Nutzen Sie die Produkte, die Sie schon haben, bis Sie defekt oder aufgebraucht sind.

Schritt 2: Produktmenge reduzieren

Sieben Nagellacke, fünf Lippenstifte, drei Deos … Stop! Während Sie Ihre Produkte aufbrauchen, können Sie Ihr Konsumverhalten überdenken: Brauchen Sie alle Hygiene- und Kosmetikprodukte, die Sie kaufen? Welche nutzen Sie im Alltag wirklich? Schnell merken Sie, dass Sie einige Produkte gar nicht benötigen. Brauchen Sie sie auf und kaufen Sie diese nicht erneut. Besinnen Sie sich auf das Wesentliche. Das passt auch zum anhaltenden Interieur-Trend „Minimalismus“.

Tipp: More-in-1-Produkte reduzieren die Produktanzahl erheblich. Es gibt zum Beispiel Seifen, die Sie variabel anwenden können:

  • zum Hände waschen,
  • zum Duschen,
  • zum Haare waschen oder
  • zum Rasieren.

Schritt 3: Plastik vermeiden

Dieser Schritt besteht aus zwei Etappen: dem Inhalt und der Verpackung.

Zahnpasta, Duschgel, Gesichtscreme, Shampoo: Schauen Sie sich die Inhaltsstoffe Ihrer Produkte an: Ist irgendwo Mikroplastik enthalten? Ersetzen Sie sie mit zertifizierter Naturkosmetik. Deren Zutaten sind grundsätzlich frei von Kunststoffen.

Tipp: Apps wie „“ erleichtern Ihnen den Einkauf. Kurz den Strichcode scannen und schon verrät Ihnen die App, ob das Produkt unbedenklich ist.

Wenn Sie das Thema Inhalt abgehakt haben, können Sie sich den Verpackungen zuwenden: Welche Ihrer Produkte können Sie unverpackt bekommen? Existieren plastikfreie Alternativen? Wie einfach die Umstellung sein kann, zeigen zwei Beispiele:

  1. In vielen Drogeriemärkten finden Sie Wattestäbchen mit umweltfreundlichem Papierschaft – ganz ohne Plastikstäbchen.
  2. Feste Seifen sind eine Alternative zu Flüssigseife, Shampoo und in Kunststoffflaschen. Sie haben drei Vorteile: Sie sind vielseitig einsetzbar, meist unverpackt oder in Papier eingeschlagen erhältlich und sind ergiebiger als flüssige Reinigungsmittel.

Schritt 4: wiederverwendbare Alternativen

Wattepads, Feuchttücher … Das sind alles Dinge, die nach einmaliger Benutzung im Mülleimer landen. Setzen Sie stattdessen auf Mehrweg-Produkte: Neben dem klassischen Waschlappen eignen sich auch Mikrofasertücher zur täglichen Körperhygiene. Das funktioniert so gut, dass sogar Make-up-Entferner überflüssig wird. Auch Wattepads können Sie ersetzen: Im Drogeriemarkt finden Sie waschbare Alternativen aus Baumwolle. Sie betätigen sich gerne kreativ? Waschbare Pads können Sie unkompliziert selbst nähen. Alles, was Sie brauchen, sind ein paar Stoffreste, etwa aussortierte Handtücher.

Schritt 5: Do it yourself!

Das Nähen von Abschminkpads bringt uns zum Thema DIY-Kosmetik. Ob Deo, Trockenshampoo oder Seife: Im Netz finden Sie viele Anleitungen zur Herstellung von Kosmetik. Ihre selbst gemachten Produkte können Sie in dekorativen, wiederverwendbaren Glastiegeln und -flaschen aufbewahren.

Welche Möglichkeiten kennen Sie noch, um weniger Müll zu produzieren? Wir freuen uns auf den Austausch mit Ihnen.

PS: Wie es mit der Plastikreduktion im Rest der Wohnung aussieht, erfahren Sie in diesem Artikel: „Besser wohnen mit weniger Plastik“.

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