Veganes Wohnen – wie geht das denn?

Die Matratze aus Kaltschaum, das Holzgestell ohne Knochenleim, die Stoffe aus pflanzlichen Fasern: Das ist ein veganes Bett.

Beim Essen ist vegan im Mainstream angekommen, beim Wohnen geht es los. Und der Verzicht auf Leder, Seide oder Schafwolle fällt angesichts der Alternativen gar nicht schwer.

In Deutschland ernähren sich etwa eine Million Menschen vegan, und nach neuesten Schätzungen kommen jeden Tag 200 Veganer dazu. Das liegt nicht zuletzt daran, dass immer mehr Promis auf jedes Lebensmittel tierischen Ursprungs verzichten: Miley Cirus etwa, Natalie Portman, Demi Moore, Russel Brand, Gwyneth Paltrow, Leonardo DiCaprio oder Johnny Depp. In Deutschland sind es unter anderen Kaya Yanar, Hannes Jaenicke, Nena und Christoph Maria Herbst. Ein nicht so bekannter, dafür aber umso kräftigerer Veganer, Patrick Baboumian, errang 2011 sogar den Titel „stärkster Mann Deutschlands“.

Vegan essen, vegan einrichten

In aller Regel sind es nicht allein gesundheitliche Gründe, die sie auf tierische Produkte verzichten lassen, sondern vor allem auch ethische. „Für mein Essen soll kein Tier leiden müssen“ – das ist die Motivation. Und auf einmal verändert sich auch der Blick auf das eigene Zuhause: Das Sofa aus Leder, die Kissen aus Seide und ihre Füllung aus Daunen – geht das dann eigentlich noch? Wenn ich mich vegan ernähre, sollte ich dann nicht auch vegan einrichten?

Tierische Produkte stecken in vielen Möbeln und Dekorationsgegenständen. Bei Ledermöbeln ist es offensichtlich, ebenso bei Teppichen aus Wolle. Aber Tierbestandteile können auch in Wandfarben verarbeitet sein. Selbst Holzmöbel sind oft nicht vegan, wenn der Leim, der sie zusammenhält, aus Tierknochen gekocht wurde.

Alternativen sind leicht zu finden

Für Leder: hochwertiges Kunstleder

Für Wolle: Baumwolle, Leinen oder Mikrofaser

Für Daunen: Kunstfasern oder die „Pflanzendaune“ Kapok

Für Polsterungen: Kaltschaum

Für Wollteppiche: Jute, Sisal, Viskose oder Baumwolle

Für Bienenwachs: Soja- oder Rapswachs

Interessanter Weise haben Produktdesigner bereits begonnen, die besonderen Bedürfnisse von Vegetariern und Veganern wahrzunehmen, vor allem in einem für sie wichtigen Bereich: der Küche. Denn wer beim Essen viel mehr auf Gemüse und Kräuter setzt, muss anders vorbereiten und kochen. Das hat den Möbelhersteller Team 7 gemeinsam mit den Kooperationspartnern Gaggenau, Cosentino, Franke und Dornbracht inspiriert, eine neue Art von Küche zu entwickeln: „Vooking“ – ein ausgesprochen spannendes Konzept. So gehört hier eine Wok-Kocheinheit zum Standard.

Einrichtungshäuser bieten neue Kollektionen

Tatsächlich ist es nicht so schwierig, Möbel, Einrichtungsgegenstände und Dekoration zu finden, in denen keine tierischen Produkte verarbeitet wurde – wenn man sich einmal damit befasst hat. Um es leichter zu machen, haben Einrichtungshäuser eigene Kollektionen zusammengestellt, so etwa Höffner mit „Switch“. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es – analog zu den mittlerweile selbstverständlichen Vegan-Regalen in Supermärkten – entsprechende Abteilungen auch im Möbelhandel geben wird.

Und all die nicht-veganen Möbel, die nun mal zuhause stehen – was mache ich mit denen? Ich nutze sie so lange, wie es eben geht, und schaffe danach eine vegane Alternative an. So wird das Leid des Tiers, das am Beginn der Produktionskette stand, noch am meisten gewürdigt.

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