Musik wie im Konzertsaal – die acht besten Tipps für Hifi-Genuss zu Hause

Vor dieser Technik kniet der Liebhaber gerne nieder, wenn der Klang der Musik ihn anschließend dafür entschädigt. Dezent im Hintergrund ein wichtiges Element der Raumakustik: ein Vorhang, der die Reflexionen dämpft.

Akustik ist eine Wissenschaft für sich – viele Musikliebhaber können ein Lied davon singen. Wenn die Anlage, die nach besten Referenzen gekauft wurde, zu Hause einen eher kümmerlichen Klang von sich gibt, liegt es nicht an der Technik, sondern an der Raumgestaltung. Lesen Sie hier, wie der perfekte Sound gelingt. 

1. Die optimale Technik
Das Musikerlebnis in einem Raum kann nur so gut sein wie das schwächste Glied – deswegen kommt es zunächst also auf die optimale Technik an. „Optimal“ bedeutet dabei nicht „möglichst teuer und leistungsfähig“, sondern perfekt auf den Raum abgestimmt. Große Boxen, die einen Saal von 80 Quadratmetern beschallen könnten, sind in einem Wohnzimmer von 30 Quadratmetern deutlich überdimensioniert. Sie können nicht nur ihre Qualität nicht zur Geltung bringen, sondern klingen häufig sogar schlechter als kleinere. Wie praktisch: Wer weniger Geld ausgibt, kann also durchaus das bessere Ergebnis bekommen.

2. Die richtige Platzierung der Boxen
Diese Regel kennen die meisten von uns: Der Hörplatz und die Boxen sollten in einem etwa gleichseitigen Dreieck angeordnet sein. Dabei gehören vor allem Kompaktboxen nicht ins Regal und auch nicht direkt vor die Wand, sondern am besten auf einen Ständer, der 90 Zentimeter vor der Wand platziert wird. Sonst klingt der Bass zu fett oder verwaschen.

3. Der beste Platz zum Genießen
… liegt ebenfalls nicht direkt vor der Wand. Hier sammeln sich dröhnende Resonanzen und andere Reflektionen, die den Sound verwischen. Einen halben Meter davor klingt’s gleich viel klarer und besser. Testen Sie den Abstand zu den Boxen, indem Sie die Entfernung in Schritten von 15 Zentimetern vergrößern und den Klang immer wieder prüfen. Schließlich kann man ausprobieren, ob die Boxen direkt auf den Hörer ausgerichtet sein sollten oder vielleicht ein wenig nach innen oder außen gedreht besser klingen. Ja, das macht tatsächlich einen Unterschied.

4. Teppich zwischen Boxen und Sitzplatz
Teppiche sind ganz generell gut für die Raumakustik, weil sie hohe Frequenzen schlucken, die ein Fliesenboden reflektieren würde. Wer sie aber als Bodenbelag nicht mag, sollte wenigstens den Bereich zwischen Hörplatz und Boxen damit ausstatten: Hier werden die ersten schallstarken Reflexionen des Bodens abgedämpft.

5. Schallabsorber helfen
In den Raumecken sammeln sich häufig sogenannte „stehende Wellen“, was vor allem für den Bassklang von großer Bedeutung ist. Je nach Hörposition führt das zu einem Dröhnen oder zu einer Abschwächung der Bässe – beides unerwünschte Effekte. Verhindern lässt sich das mit in den Ecken platzierten Möbeln oder auch mit Schallabsorbern. Die gibt es auch für große Wände in der Anmutung von Postern oder Gemälden.

6. Vorhänge vor großen Fenstern
Heutige energetisch optimierte Fenster sind besonders hart und in moderner Architektur gerne auch besonders groß, ein echtes Problem für die Akustik. Hier werden die hohen Töne reflektiert, was unangenehm scharf klingen kann und einen Hall erzeugt, der jeden klaren Ton verwischt. Das Mittel dagegen: Vorhänge oder Jalousien aus Stoff. Die gibt’s sogar schalloptimiert.

7. Bücherregale sehr willkommen
Je vielfältiger und unregelmäßiger die Einrichtung, umso besser die Akustik. Offene Bücherregale etwa sind für den Musikgenuss wunderbar geeignet, CD-Regale wegen der Kunststoffoberfläche der Hüllen dagegen weniger. Um möglichst unregelmäßige Oberflächen zu schaffen, können auch sogenannte Diffusoren verwendet werden.

8. Alternative für Puristen und Eheleute: ein eigener Medienraum
Das gefällt Ihnen alles nicht? Sie mögen klare Strukturen, Symmetrie, Sichtbeton, riesige Fenster, Holzdielen ohne Teppiche und darauf nur wenige Möbelsolitäre? Oder Sie wollen sich nicht vom Musikgenuss Ihres Partners die Gestaltung des Wohnzimmers diktieren lassen? Dann raten wir zu einem Medienraum, in dem alle Regel der Akustik uneingeschränkt befolgt werden können.

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