Serie: Die stillen Stars – Folge 3: Türdrücker

Serie: Die stillen Stars – Folge 3: Türdrücker

Sie halten sich vornehm im Hintergrund, doch wer genauer hinschaut, erkennt die Raum prägende Wirkung von Türdrückern, Fenstergriffen, Fußleisten, Schaltern und Steckdosen. Wir sagen, wie Sie in der kaum überschaubaren Vielfalt genau jene finden, die in Ihrem Zuhause den richtigen Akzent setzen.

 

„Haptik“ – das ist ein Begriff, den Designer und Innenarchitekten lieben. Sie sprechen auch gerne von „haptischen Qualitäten“ und nehmen entspannt in Kauf, wenn Unsereinem erst mal ein Fragezeichen im Gesicht steht. Was, bitte, ist Haptik?

 

Sie ist eine Schwester der Optik. Bezeichnet jene die Lehre vom Licht, im weiteren Sinne also vom Sehen, ist Haptik die Lehre vom Tastsinn. Und hier kommen die Designer und Innenarchitekten ins Spiel. Die legen eben nicht nur Wert auf Optik, also darauf, dass Dinge gut aussehen. Sie schätzen es auch sehr, wenn Dinge sich gut anfühlen – zumal wenn es Dinge sind, die wir täglich ungezählte Male berühren müssen. Wie Türdrücker.

 

Damit ein Türdrücker angenehm in der Hand liegt und gut funktioniert, braucht er verschiedene Eigenschaften:

  • eine Bremse für den Daumen, die am Übergang vom Griff zu Drehachse Halt bietet;
  • eine Kuhle für den Zeigefinger an eben diesem Übergang;
  • den für die Hand angemessen Umfang, sodass er sich angenehm umschließen lässt.

 

Wichtig fürs gute Gefühl ist auch das Material. Derzeit am beliebtesten ist Edelstahl, mal poliert, mal geschliffen, aber auch das leichte Aluminium, Kupfer, das antibakteriell wirkt, Bronze, klassisches Messing, Chrom, Holz, Kunststoff sowie Kombinationen verschiedener Materialien bieten sich an.

 

Wer einmal eine ausführliche Testreihe in einem guten sortierten Fachgeschäft für Türbeschläge durchgeführt hat, weiß: Verblüffend wenige von vielen, vielen Drückern erfüllen alle Anforderungen, die man an sie stellt. Weil Hände sehr unterschiedlich sind. Und weil manchen Designern eben doch nicht die optimale Verbindung von Optik und Haptik gelingt. Deswegen ist gerade der Türdrücker ein Detail der Ausstattung, das man nicht alleine per Internet-Recherche aussuchen sollte (einen guten Türdrücker erkennt man übrigens auch daran, dass es dazu einen passenden, ebenso überzeugend gestalteten Fenstergriff gibt).

 

Erstaunlich: In vielen anderen Ländern kennt man diese Vielfalt gar nicht. Dort ist nämlich der Türknauf gebräuchlich. Warum eigentlich? Man muss auf jeden Fall eine Hand frei haben, um ihn öffnen zu können, und nass sollte sie auch nicht sein. Haben Amerikaner, Engländer und Franzosen schlechte Erfahrungen mit Türdrückern gemacht, die von kleinen Kindern, pfiffigen Hunden oder Katzen geöffnet wurden? Wir können nur mutmaßen. Und freuen uns gleich beim nächsten Mal, wenn wir, das volle Tablett in der Hand, die Küchentür mit dem Ellbogen öffnen können.

 

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