„Ich häng’ hier so `rum“

Zwei Bäume in passender Entfernung, und der neue Lieblingsplatz im Garten ist fertig. Wie man sieht, erlaubt die Hängematte einige Bewegungsfreiheit beim Entspannen.

Nicht nur bei heißen Temperaturen ist es wohntuend, einfach mal nichts zu tun. Sich selbst und die Seele entspannt baumeln lassen. Wir sagen, wie das am besten gelingt.

So lässt sich ein herrlicher Sommertag am besten genießen: sanft schaukelnd. Ja, träumen wir uns auf ein hübsches Segelboot auf der Adria oder dem Chiemsee, lassen uns umfächeln von einer leichten Brise und aufkommende Gedanken an so etwas wie, äh, Arbeit oder sonstige Pflichten einfach vorüberziehen. Ach, kein Segelboot verfügbar, nicht mal eins zum Rudern? Wie wär’s stattdessen mit einer Hängematte?

Es kreisen hübsche Geschichten um dieses „brasilianische Bett“, wie es einst bei der englischen Marine genannt wurde. Christoph Columbus hatte es offenbar als erster Europäer auf den Antillen vor dem amerikanischen Kontinent entdeckt und als „Hamaca“ von dort mitgebracht. Seine Vorzüge überzeugten die Seeleute sofort: Man liegt nicht mehr im Dreck des Schiffsbodens, und die Aufhängung gleicht zumindest eine gewisse Schwankung des Schiffs aus.

Was sich nicht mehr ermitteln lässt: Ob die Seefahrer auch jenen Effekt schätzen lernten, den Schweizer Wissenschaftler vor einiger Zeit nachwiesen – dass man in einer leise schaukelnden Hängematte schneller einschläft und sogar etwas tiefer schläft, sich also im Schlaf besser erholt.

Aber die positiven Auswirkungen reichen noch weiter, und sie haben mit dem sogenannten Vestibularsystem zu tun, unserem Gleichgewichtsorgan, das im Innenohr sitzt und Rezeptoren enthält, die Bewegung, Beschleunigung und Verlangsamung, Drehung und Vibrationen empfinden. Mit seiner Hilfe orientieren wir uns im Raum, koordinieren wir unser Sehen und sichern unser Gleichgewicht. Das Schaukeln der Hängematte regt dieses Vestibularsystem an und unterstützt damit, dass wir unsere Haltung stabilisieren und die Spannung der Muskeln normalisieren. Das sorgt ganz allgemein für ein größeres allgemeines Wohlbefinden.

Schön also, wenn wir zuhause in Hängematte, Hängesessel, Hollywood-Schaukel oder Schaukelstuhl entspannen können. Noch besser wär’s freilich, wenn das auch am Arbeitsplatz ginge. Arbeitsmediziner propagieren schon lange ein Nickerchen von 20 Minuten, neudeutsch „Powernap“ genannt, um Motivation, Konzentration und Leistungsfähigkeit in der Pause wirkungsvoll wiederherzustellen. Bei Google und anderen Unternehmen, die sich als Trendsetter verstehen, gibt’s das bereits. Dort wurden auch schon Hängematten gesichtet. Jetzt verstehen wir, warum.

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