Portugal – Mehr als nur der diesjährige Austragungsort des ESC 2018

Glamour aus Portugal: Die metallisch schimmernde Glasur dieser traditionell gefertigten Fliesen schafft ein exquisites Ambiente.

Der Eurovision Song Contest 2018 findet dieses Jahr in Portugal statt. Wir haben uns die Design-Szene des Landes angeschaut. Und siehe da: Sie ist eine wunderbare Mischung aus klassischer Schönheit und südeuropäischem Flair – genau wie „Amar pelos dois“, der ESC-Siegersong 2017 von Salvador Sobral.

Wenn der Eurovision Song Contest 2018, kurz ESC, über die Bildschirme flimmert und Peter Urban wieder mit sonorer Stimme die mehr oder weniger gelungenen Kompositionen vorstellt, dann sehen wir ein bombastisches Bühnenbild, wie es in so ziemlich jedem europäischen TV-Studio inszeniert sein könnte. Okay, ein paar Bilder aus dem Gastgeberland werden auch zu sehen sein, touristische Highlights einer Seefahrernation mit großer Tradition. Was wir nicht sehen werden, was sich aber unbedingt anzuschauen lohnt: der neue portugiesische Lifestyle.

Bekannt ist das Land an der Westküste der iberischen Halbinsel für seine kunstvollen Keramikfliesen, „Azulejos“ genannt. Die Glasurtechnik ist eine uralte Hinterlassenschaft der Mauren, die Motive sind häufig handgemalt. Im Straßenbild – Azulejos sind wetterfest – bilden sie einen schönen Fassadenschmuck. Wie prächtig sich aber die Fertigkeit portugiesischer Manufakturen in moderne Interieurs integrieren lässt, zeigen einige unserer Fotos: mit leicht unregelmäßiger Oberfläche in zum Teil spektakulären Farben setzen sie auch in Wohnräumen ganz besondere Akzente.

Ein anderer Werkstoff, den wir aus Portugal kennen: Kork. Die Produkte aus der Rinde der Korkeiche, die etwa alle acht Jahre geerntet werden kann, sind uns hierzulande vor allem in Form von Pinnwänden und Korkböden vertraut. Insgesamt ist das Image von Kork nicht unbedingt stylisch – aber auch hier lohnt ein zweiter Blick. Was portugiesische Designer aus dem heimischen Werkstoff formen, belegt die Aktualität eines alten Werbeslogans: „Es kommt drauf an, was man draus macht.“

Wie in vielen Ländern Europas ist in Portugal eine Szene aus Designern, Innenarchitekten und Architekten herangewachsen, die einen ganz selbstverständlichen Umgang mit schlichter Schönheit in Verbindung mit natürlichen Materialien pflegen – auf eigene, aus regionalen Traditionen gespeiste Art. Handwerkliches Design entsteht auf diese Weise, aber auch großartige Architektur.

Ein hinreißend schönes Beispiel dafür ist das Hotel Monverde im Hinterland von Porto. Ein altes, heruntergekommenes Weingut wurde aufwendig restauriert, umgebaut und um neue Gebäude ergänzt. Wunderbar in den Weinbergen gelegen, ist es naturnah, offen und exquisit gestaltet. Wenn wir es uns aussuchen können, verbringen wir das Wochenende vom ESC 2018 viel lieber dort als vor dem Fernseher, wenn im Praça do Comércio von Lissabon die Künstler um ihre Points kämpfen.

Teile deinen Geschmack!

Sie haben bereits abgestimmt!