Ordnung ist das halbe Leben

Die modulare Schrankwand „Nelli“ ist perfekt auf die eigenen Bedürfnisse (oder auch nur die Dachschräge im Wohnzimmer) abgepasst.

Wer angenehm wohnen will, braucht nicht viel: Nur gut organisierten Stauraum. Dann kommen auch die hübschen neuen Ordnungs-Helferlein zur Wirkung…

Das Thema Ordnung hat leider oft einen faden Beigeschmack: Es klingt einfach zu sehr nach Spaßlosigkeit. Dabei lässt sich die Möbelindustrie immer wieder tolle neue Dinge einfallen: Körbe und Kisten in allen Varianten fluten in den letzten Saisons beispielweise den Markt, hübsche Raumteiler, kleine Eckschränkchen, individualisierbare Regalsysteme, ausgefallene Sekretäre oder schmale Wandregale (zum Beispiel von Harto, Woud oder String)… Hübsch anzusehen — fragt man allerdings einen Experten wie die Kölner Innenarchitektin Agnes Morguet zu solchen Neuheiten, sagt sie: „Solche Stauraum-Möbel sind eigentlich nur Add-Ons, die in bereits aufgeräumten Zimmern wirken.“ Das Motto lautet also immer noch: Wer wohnen will, muss aufräumen können…

Einbauschränke als Basis

„Um Ruhe und Harmonie ins Wohnen zu bringen, muss man so viel wie möglich sichtgeschützt verstauen“ fasst Expertin Agnes Morguet ihr Prinzip zusammen „Erst dann können Solitärmöbel und andere Dinge hübsch in Szene gesetzt werden.“ Maßgeschneiderte Einbauschränke hält sie für die beste, weil effektivste Lösung. Beispiel Flur: Hier rät die Expertin dazu, hohe Decken oder tote Ecken zu nutzen. In der Küche und im Badezimmer sollen einen die geschlossenen Schrankwände optisch aber auch nicht erschlagen. Deshalb rät Agnes Morguet dazu, offene Regalbereiche mit einzuplanen: „Darauf kann man dann schöne Sachen inszenieren, wie Karaffen, Vasen oder Parfümflakons.“

Individualisten unter sich

Die fertige Schrankwand vom Wohnhaus-Giganten hat allerdings unter Interior-Profis einen ziemlich miesen Ruf: Zu monströs beherrschte sie jahrelang die Wohnzimmer und erdrückte dort die Atmosphäre. Ins Hier und Jetzt passen geschlossene Schrankwände vor allem deshalb nicht mehr, weil sie keinen Platz für Individualität lassen. Ein moderner Schrank, das ist im Schlafzimmer ein selbst zusammengestelltes System von Einzelteilen, wie sie Marken wie Cabinet oder Nolte Möbel in Perfektion herstellen. Ein moderner Schrank im Wohnzimmer ist ebenfalls ein personalisiertes System und kommt zum Beispiel von der dänischen Marke Montana: 36 stapelbare Module, in 42 Farben und 4 Tiefen stehen hier zur Auswahl, man kann seinen selbst zusammengewürfelten Schrank an die Wand hängen, auf Füße heben oder Rollen setzen  und sogar die Rücken der Möbel entzücken…

Galerie der Dinge

Es gibt in Hinblick auf Stauraum allerdings auch einen Designtrend, der alles andere als „vernünftig“ ist: Die Menschen wollen ihre Besitztümer (womit Dinge wie Vasen, Coffeetable-Bücher, aber auch Fundstücke aus der Natur gemeint sein können) herzeigen, ja sogar inszenieren. Für sich selbst und Freunde, die zu Besuch kommen. Oder um ein Bild davon bei Instagram zu posten… Wohnpsychologin und Trendcoach Erika Mierow aus Hamburg sieht die sozialen Medien darin als eine Art „Triebfeder“. „Man findet dort aber auch allerlei wirklich gute Ideen, die man sich abgucken kann, um Ordnung zu halten“ sagt sie. Wer gerne gut wohnt, sollte jetzt also genau abwägen, was ins Dunkle kommt und was nicht.

 

Ein Artikel von Janina Temmen

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