Nachhaltige Architektur: Wohntraum unter Kiefern

Eingebettet in einen Kieferwald in der Nähe von Stockholm steht das neue Haus von Architekt Matthew Eastwood. Durch die Holzfassade fügt es sich nahtlos in die Umgebung ein.

Die Bewohner dieses Hauses sind keine Aussteiger, die sich im Wald vor der Welt verstecken. Nein, es ist ein Architekt, der eine halbe Autostunde von Stockholm entfernt ein Eigenheim unter Bäumen erbaut hat. Nachhaltig, mit ganz spezieller Holzfassade.

Ein Zuhause, in dem die Natur die Hauptrolle spielt und das sich ganz harmonisch in eine Waldumgebung mit Felsen, Moos und Blaubeerwiesen einfügt – das war die Vision von Matthew Eastwood, der als Architekt beim schwedischen Büro Tengbom arbeitet. „Sorgfältige Planung macht die Umsetzung eigener Ideen möglich – ohne die Umwelt zu schädigen. Das verstehe ich unter nachhaltiger Architektur“, erklärt er seine Intention und Vorgehensweise beim Bau des neuen Heims für sich, seine Frau und seine zwei Kinder.

Der Wald im Wohnzimmer

Das Grundstück liegt versteckt mitten in einem Kiefernwald, in den sich das Haus nahezu nahtlos einfügt. Es wirkt alles andere als ein Fremdkörper, obwohl es mit seiner klaren Architektur und der großflächigen Glasfassade sehr modern gehalten ist. 170 Quadratmeter Wohnfläche mit drei Schlafzimmern, zwei Bädern sowie einem großen Wohn- und Essbereich mit offener Küche bietet es im Innern. Viel Wohnkomfort also und eine absolut ungewöhnliche Aussicht: Durch die großen Glaswände rund um den Essbereich wird das beruhigende Panorama des umliegenden Waldes zu einem Teil des Hauses, so wie das Haus von außen als Teil des Waldes wahrgenommen wird.

Besonderes Holzkleid

Nur logisch, dass der Architekt sich für die Gebäudehülle eine Holzfassade wünschte. Doch wie sollte diese wetterfest werden? Aus Gründen der Nachhaltigkeit und des Umweltschutzes wollte Eastwood auf Farben und Holzschutzmittel verzichten. Die Lösung war eine Holzverkleidung aus Kebony. Dabei handelt es sich um FSC-zertifiziertes Holz wie Kiefer, das nach einer in Norwegen entwickelten, umweltfreundlichen Technologie die Eigenschaften von tropischem Hartholz erhält. In einer Art von Imprägnierung wird Furfurylalkohol, der aus landwirtschaftlichen Pflanzenabfällen gewonnen wird, unter Hitze in die Zellwand des Holzes gebracht, was das Naturmaterial extrem belastbar werden lässt und es vor Wind und Wetter schützt.

Ästhetische Patina

Die Fassade ist pflegeleicht: Abgesehen von einer normalen Reinigung benötigt sie keine weitere Behandlung. Das Holz wechselt mit der Zeit durch das Wetter lediglich sein Aussehen. „Eines der Hauptmerkmale, in das wir uns bei Kebony verliebt haben, war, wie sich die Farbe allmählich von einem warmen und exotischen Braun zu einer exklusiven Silbergrau-Skala ändert. Es ist beinahe poetisch, wie sich das Holz unseres Hauses im Laufe der Jahre entwickelt“, zeigt sich der Planer und Bauherr von der natürlichen Verwitterung hellauf begeistert.

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