Mit Zirbenholz gesünder wohnen?

Auch in einem modernen Ambiente präsentiert sich die Zirbe von ihrer besten Seite: als lebendiger Kontrapunkt in Gestalt des Bettmodells „Big Ann“.

Holz wirkt sich positiv aufs Raumklima aus, wirkt antibakteriell und ist ungeschlagen gemütlich. Dem Holz der Zirbe werden zudem heilsame Wirkungen nachgesagt. Was ist dran? Wir haben nachgeforscht.

Zirbenholz duftet. Das Öl der Zirbe, einer vor allem in den Alpen wachsenden Kiefernart, erinnert entfernt an Weihrauch und Vanille. Der Duft ist auch noch Jahrzehnte nach dem Fällen des Baums präsent und schafft ein angenehmes Wohnklima. Eine gute Voraussetzung, damit man sich mit einer Vertäfelung aus dem besonders leichten Nadelholz oder daraus geschreinerten Möbeln lange wohl fühlt.

Aber wirkt Zirbenholz auch heilsam, hat es eine positive Wirkung auf die Gesundheit? Ist das ein Mythos, der sich hartnäckig hält, oder tatsächlich wissenschaftlich belegbar?

Vor einigen Jahren veröffentlichte das Forschungsinstitut Joanneum in Graz eine Studie zu diesem Thema. Sie hatte ergeben, dass die Studienteilnehmer in einem Bett aus Zirbenholz ruhiger schliefen als in einem aus Spanplatten. Auch war ihre Herzfrequenz niedriger. Das schien also die gesundheitsfördernde Wirkung der „Königin der Alpen“, wie die Zirbe respektvoll genannt wird, zu belegen. In einer anderen Studie wurde der Zirbe attestiert, dass ihr Holz einem Mottenbefall besser entgegenwirkt als das der Fichte oder Birke, erst recht als Spanplatte oder Kunststoff. Das macht einem den Schrank aus Zirbenholz gleich noch ein wenig sympathischer.

Allerdings hielt die Studie über die gesundheitsfördernde Wirkung nicht der kritischen Überprüfung durch einen Wissenschaftler für evidenzbasierte Medizin, Professor Gerald Gartlehner, stand. Evidenzbasiert heißt: Die Wirksamkeit einer Methode oder eines Wirkstoffs muss einwandfrei und empirisch nachgewiesen sein. Für entsprechende Studien gelten strenge Regeln und Anforderungen. Und denen, so befand Professor Gartlehner, hatte die übers Zirbenholz nicht entsprochen. Er sprach der Studie ihre Beweiskraft ab.

Also alles Humbug? Halt, nicht so schnell! Zum einen: Ein Möbel ist kein Medikament – und soll ja auch keins sein! Gesunder und erholsamer Schlaf ist zudem immer das Ergebnis einer Vielzahl von Faktoren, vom alltäglichen Stress über die Lebensführung bis hin zum bequemen Bett. Und natürlich können wir auch durch eine angemessene, stressreduzierende Gestaltung des Raums den Schlaf verbessern.

Und hier kommt das Zirbenholzbett wieder ins Spiel. Denken wir uns diese Schlafstatt aus astreichem Holz als ein Placebo. Wie Mediziner wissen, beruht der Placebo-Effekt, der eine positive Wirkung ganz ohne Wirkstoffe auslöst, auf der entsprechenden Erwartung des Behandelten. Wenn ich also fest davon ausgehe, dass ich in einem Zirbenholzbett besser und ruhiger schlafe, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es auch so kommt.

Außerdem: Duftet es nicht gut und sieht es nicht schön aus? Eben.

 

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