Massivhaus oder Fertighaus?

Der Aufbau eines Fertighauses: Die in der Fabrik vorgefertigten Wandtafeln, schon mit Wärmedämmung und Fenstern versehen, werden platziert und montiert. Das dauert meist nur einen Tag.

Wer ein Zuhause für sich und die Familie baut, möchte für das viele Geld, das ein Bauvorhaben nun einmal kostet, das bestmögliche Haus bekommen. Die Bauweise ist bei der Entscheidung weit weniger wichtig, als viele denken.

Baue ich mein Haus aus Holz oder Stein? An dieser Frage entzündeten sich früher erregte Debatten. „Stein auf Stein“ hatte in Deutschland den deutlich besseren Ruf – obwohl wir die schwedenroten Ferienhäuser aus Holz im Urlaub dann so gerne mochten. Fertighäuser in Holzrahmenbauweise litten lange unter dem schlechten Image, das ihnen die zweifelhafte Bauqualität der 60erjahre eingetragen hatte. Die ist aber längst Geschichte, und mit den deutlich gestiegenen Anforderungen an Energieeffizienz, die sie leichter erfüllen kann als die Konkurrenz in Stein, wandelte sich ihr Ansehen. Und wie sieht es heute aus? Wir geben Antwort auf die zentralen Fragen.

Was ist ein Massivhaus?

Ein Massivhaus wird vom Maurer Stein auf Stein errichtet. Er verwendet dafür zumeist Steine aus Ziegel, Porenbeton oder Kalksandstein. Da ihre Wärmedämmwirkung nicht ausreicht, um den hohen gesetzlichen Anforderungen an den Klimaschutz zu genügen, müssen sie zusätzlich mit einer Dämmung versehen werden.

Was ist ein Fertighaus?

Die Wände eines Fertighauses entstehen in Holzrahmenbauweise: Der Holzrahmen wird in der Fabrik vorgefertigt, mit Wärmedämmung gefüllt und mit Platten beplankt. Die fertigen Wände kommen per Tieflader auf die Baustelle und werden dort an einem Tag zur wetterfesten Haushülle aufgerichtet – ein großer Zeitvorteil gegenüber dem Mauern. Fassade und Innenausbau werden dann vor Ort vorgenommen.

Woran erkenne ich die Bauweise?

Die ist für Laien kaum zu erkennen – jedenfalls nicht an der Fassade. Ein Fertighaus kann genauso mit einem Verblendklinker versehen sein wie ein Massivhaus. Ob Klinker, Putz, Holz oder gar Metall: Bei beiden Bauweisen ist möglich, was gefällt.

Individualität

Das ist keine Frage der Bauweise, sondern der Planung. Grundsätzlich lassen sich sowohl im Massivbau oder als Fertighaus sehr individuelle Wünsche realisieren. Wichtig ist hierfür die Zusammenarbeit mit einem guten Architekten.

Bauqualität

Es gibt sehr gute, gute und nicht so tolle Häuser in beiden Bauweisen – das hängt vor allem vom Anspruch und Leistungsfähigkeit des Herstellers ab. Grundsätzlich bietet die Vorfertigung in der Fabrik Vorteile, weil computergesteuerte Maschinen in der Regel präziser arbeiten als der Handwerker vor Ort. Andererseits sagt das nichts über die Qualität der verwendeten Materialien aus, die sehr unterschiedlich sein kann. Deswegen sollten sich Bauherren grundsätzlich Referenzen nachweisen lassen und die Bewohner dieser Häuser nach ihren Erfahrungen befragen.

Wohnqualität

Die Massivbauweise hat Vorteile beim Schallschutz, sowohl in Bezug auf den Umgebungslärm als auch innerhalb des Hauses. Der lässt sich auch in Fertigbauweise gewährleisten, aber der konstruktive Aufwand ist größer. Ansonsten hängt die Wohnqualität, genau wie die Bauqualität, vom Leistungsvermögen des Herstellers ab, nicht von der Bauweise.

Energieeffizienz

Hier hat die Holzrahmenbauweise Vorteile: Außenwände können dünner sein, um denselben Dämmstandard zu gewährleisten wie bei einer gemauerten Wand.

Wertbeständigkeit

Früher behielten Massivhäuser deutlich besser ihren Wert als Fertighäuser. Nach den bedeutenden Qualitätssteigerungen der Fertighausbranche und ihrer Betonung der Energieeffizienz hat sich das geändert. Deswegen gilt auch hier: Ein gutes Haus behält seinen Wert oder steigert ihn sogar. Und das gewährleistet nicht die Bauweise, sondern die Qualität des Herstellers.

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