Gebogen und verehrt

Gebogen und verehrt

Wer jemals in einem Café oder Bistro Platz genommen hat, hat bestimmt schon auf einem gesessen: Stuhl Nr. 214 von Thonet. Der Kaffeehausstuhl aus gebogenem Holz gilt als der meistverkaufte Stuhl der Welt.

 

Optisch ein Leckerbissen, qualitativ ein Meisterwerk – die Möbel des hessischen Familienunternehmens Thonet haben Designgeschichte geschrieben. Vor allem der berühmte, gebogene Kaffeehausstuhl ist legendär.

 

Michael Thonet hat sich seinen Erfolg zurechtgebogen, im wahrsten Sinne. Denn vor 155 Jahren schaffte er es, massives Buchenholz mithilfe von Wasserdampf, spezieller Metallformen und großem Druck zu biegen.

 

Viele Stühle pro Quadrameter

Das war der Startschuss für den Stuhl „Nr. 14“, auch als Kaffeehausstuhl bekannt. Damals eine Revolution, heute Teil der Designgeschichte und Ikone der Möbelherstellung. Der „Bugholzstuhl“ konnte durch das Verfahren in großer Serie und so verhältnismäßig kostengünstig hergestellt werden. Weil die Einzelteile nicht mehr verleimt, sondern geschraubt wurden, ließen sich die Stühle zerlegt in alle Welt verschicken. In eine Kiste mit einem Volumen von einem Kubikmeter passten 36 Stühle, die vor Ort montiert werden konnten. Eine sensationelle Vertriebsidee, die bereits damals sehr gut ankam. Über 800.000 Exemplare verkaufte Thonet jährlich – und das Ende des 19. Jahrhunderts.

 

Der Stuhl Nr. 14, der heute unter der Nr. 214 geführt wird, ist mit seiner klaren, reduzierten Ästhetik immer noch ein Verkaufsschlager. Dem Unternehmen zufolge gilt er als meistverkaufter Stuhl der Welt, hergestellt im Thonet-Werk im hessischen Frankenberg.

 

In mittlerweile fünfter Generation führt die Familie Thonet das Unternehmen, dem zusätzlich zum hölzernen Bugholzstuhl in den 1920er-Jahren noch ein weiterer großer Wurf gelang: Stahlrohrmöbel. Damals entworfen von berühmten Bauhaus-Architekten wie Mart Stam, Ludwig Mies van der Rohe und Marcel Breuer. Die freischwingende, leicht wirkende Konstruktion war eine bahnbrechende Technologie. Filigran wippend lässt einen der Sessel beschwingt wie komfortabel sitzen.

 

Auf diesen beiden Stuhl-Klassikern, dem „Kaffeehausstuhl“ und dem „Freischwinger“ fußt das Unternehmen bis heute. Und doch gelingt es Thonet, den Zeitgeist der Moderne aufzugreifen, Neues auszuprobieren, ohne dabei die Tradition aus den Augen zu verlieren. Diese Kombination spiegelt sich auch in den weiteren Möbelstücken des Hauses wider.

 

So präsentierte Thonet neben zahlreichen Klassikern und den neuen Stahlrohrfarben auf der „Salone del Mobile 2014“ in Mailand Neuheiten unterschiedlichster Art. Das vielseitige Sideboard-Programm „S 290“ beispielsweise, das inspiriert ist durch ein historisches Möbel aus den 1930er-Jahren. Die Elemente des Regalmöbels lassen sich individuell aneinander reihen, wodurch sich eine Vielzahl von Kombinationsmöglichkeiten ergibt. Ein weiteres Highlight sind die Beistelltischgruppe „B 9“ von Marcel Breuer sowie das Tisch-Set „B 97“, dessen besonderer Clou die fehlenden Hinterbeine sind.

 

Bereits mehrfach prämiert ist eine der Neuheiten, die Thonet auf der vergangenen „imm cologne 2014“ präsentierte: der Schreibsekretär „S 1200“. Speziell entwickelt für den Arbeitsbereich in den eigenen vier Wänden. Inspiriert ist der Entwurf des Thonet Design Teams von der hauseigenen Kollektion klassischer Bauhausmöbel. Der entscheidende Vorteil des S 1200 liegt in seinen kompakten Abmessungen – 88 cm in der Höhe, 110 cm in der Breite und 66,5 cm in der Tiefe. So lässt er sich in den kleinsten Wohnraum integrieren. Basis des S 1200 ist ein durchdachtes Stahlrohrgestell, dessen Neigung das Aufstehen selbst in engen Fluren und Nischen ganz einfach macht. Für eine entspannte Sitzhaltung sorgt eine Fußablage.

 

Höchste Ästhetik und beste Qualität kombiniert mit absoluter Alltagtauglichkeit inklusive ausgeprägtem Wohlfühlfaktor, das macht die Möbelstücke des Unternehmens Thonet aus – und das seit 1819.

 

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