Die neun größten Irrtümer übers Energiesparen

Eine gemütliche Beleuchtung ist auch mit energiesparenden Leuchtmitteln möglich, hier mit LEDs.

Wir wollen alle mit weniger Strom, Gas oder Heizöl auskommen – weil’s Geld spart und das Klima entlastet. Aber wie macht man das am besten? Darüber kursieren einige Vorurteile und falsche Ratschläge. Wir haben sie geprüft und sagen, was dran ist.

1. Moderne Unterhaltungselektronik braucht immer weniger Strom
Ja, die Technik geht effizienter mit Energie um, ein LED-Fernseher ist tatsächlich sparsamer als ein Röhrengerät. Allerdings wird dieser Effekt mehr als kompensiert durch das enorme Wachstum der Geräte – XXL-Bildschirme und Turbo-Grafikkarten verbrauchen deswegen unterm Strich mehr als ihre historischen Vorgänger. Achten Sie also besonders auf das EU-Energie-Label.

2. Alte Haushaltsgeräte sollte man stets austauschen
Das stimmt bei Kühlschränken. Hier kann man mehrere hundert Kilowattstunden pro Jahr sparen. Bei Wasch- und Spülmaschinen ist der Effekt nicht annähernd so groß. Deswegen sollte man sie erst austauschen, wenn sie kaputt sind. Eine Reparatur lohnt nicht mehr, wenn sie älter als acht bis zehn Jahre sind.

3. Das Geschirr wasche ich am besten mit der Hand ab
Nur aus nostalgischen Gründen, weil eine schöne Goldkante sonst zu sehr leiden würde. Ansonsten ist die Spülmaschine deutlich sparsamer – sowohl mit Wasser als auch mit Energie.

4. Als Mieter kann ich die Heizkosten kaum beeinflussen
Als Mieter können – und sollten! – Sie keine Wärmedämmung anbringen, das muss der Vermieter erledigen. Aber Sie können zum Beispiel die Raumtemperatur senken, ein Grad weniger spart etwa sechs Prozent der Heizkosten. Und das Abdichten von zugigen Fenstern oder Wohnungstüren mit Leisten oder Isolierbändern bringt sogar bis zu 15 Prozent.

5. Wäsche gehört auf die Leine, nicht in den Trockner
Aber nur, wenn Leine oder Wäschespinne auf dem Balkon oder im Garten sind. Wer die Wäsche drinnen auf dem Ständer trocknet, muss so viel Feuchtigkeit hinauslüften – und damit natürlich auch warme Luft! –, dass in der Energiebilanz selbst ein alter Wäschetrockner sparsamer ist.

6. Beim Waschen und Spülen immer das Sparprogramm nutzen
Das spart tatsächlich eine Menge Strom, schafft aber auf Dauer Probleme bei der Hygiene. Um Keime abzutöten, sollte man die Wäschen in regelmäßigen Abständen bei mindestens 40, besser 60 Grad waschen, die Spülmaschine bei 70 Grad laufen lassen.

7. Energiesparende Beleuchtung ist ungemütlich
Das stimmt für die alten Energiesparlampen, die einen hohen Grünanteil im Licht haben. Neue LED- oder Halogenlampen werfen ein schöneres Licht. Achten Sie auf die Lichtfarbe – die sollte für Wohnbeleuchtung 2700 Kelvin betragen.

8. Wenn Häuser gedämmt werden, schimmeln sie
Das liegt nicht an der Dämmung, sondern an mangelnder Lüftung. Bei einer energetischen Sanierung wird der Luftwechsel in Räumen reduziert, die Luftfeuchtigkeit entschwindet nicht mehr automatisch durch Fugen und Ritzen. Deswegen muss man nun regelmäßig lüften – am besten drei bis viermal täglich durch kräftiges Stoßlüften von etwa fünf Minuten.

9. Energiespartipps sind ja nett gemeint, bringen aber nicht wirklich etwas
Das kommt darauf an, wie konsequent man sie umsetzt. Wer täglich 50 Cent mit kleinen Maßnahmen wie dem Herunterdrehen der Heizung oder dem Verzicht aufs Vorheizen des Backofens spart, kommt im Jahr auf immerhin 180 Euro. Bis zu 50 Prozent des Energieverbrauchs sind alleine durch kleine Änderungen des Verhaltens einzusparen.

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