Der Wald im Wohnzimmer

Der Wald im Wohnzimmer

Ich glaub, ich steh im Wald! Nein, im aufgeforsteten Wohnzimmer. Denn Möbel und Accessoires aus natürlichen Materialien liegen voll im Trend. Und das aus gutem Grund, wie Wohnpsychologen wissen: In der globalisierten, von Technik geprägten Welt von heute fühlen immer mehr Menschen eine Sehnsucht nach dem Natürlichen, dem Ursprünglichen. Natur steht für „echt“, „rein“ und „unverfälscht“. Also holen wir uns die Natur nach Hause.

Sich mit natürlichen Materialien in der Wohnung zu umgeben, ist aber auch noch aus einem ganz anderen, viel pragmatischeren Grund angesagt: Stichwort Wohngesundheit. Unbehandelt geben Naturmaterialien keine Schadstoffe an die Raumluft ab, wie so viele andere künstliche Hightech-Stoffe. Vor allem unlackiertes Holz schafft mit seiner lebendigen Maserung eine angenehme, warme Raumatmosphäre und ist dabei vollkommen unbedenklich. Zudem sind massive Holzobjekte robust und langlebig. Kein Wunder, dass auch viele Interieur-Designer das Material, das im Möbelbau und als Bodenbelag eine lange Tradition hat, (wieder-)entdecken.

Holz zählt zudem zu den besonders umweltfreundlichen Materialien, da es als CO2-Speicher fungiert. Während seines Wachstums entzieht der Baum der Umgebungsluft etwa zwei Tonnen CO2, das auch im Holz gebunden bleibt, wenn es zu Wohnzwecken verarbeitet wird. Noch klimafreundlicher ist es, wenn ein Möbelstück oder ein Dielenboden aus Holz recycelt wird und sich somit sein Lebenszyklus verlängert.

Ein Tipp, wie Sie besonders ökologische Holzprodukte erkennen: Achten Sie auf Prüfsiegel. Holzmöbel aus einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung erkennen Sie zum Beispiel am PEFC®-Siegel für überwiegend heimische Hölzer oder am internationalen Label FSC®, das auch für tropisches Plantagenholz gilt.

Aber auch Naturstein ist ein ursprüngliches Material, das nicht nur draußen gern verwendet wird, beispielsweise in Form von Terrassenplatten, sondern immer häufiger auch im Innenbereich. Trendy sind derzeit die Extreme: Neben hellem Granit und Kalkstein sind vor allem schwarze und weiße Steine auszumachen. Weißer Marmor und schwarzer Schiefer zum Beispiel. Die Oberflächen sind häufig strukturiert, etwa gebürstet oder gestrahlt.

Nicht immer ist aber alles 100 Prozent Natur, was dekorativ ist. Ungebrochen ist nämlich auch die Tendenz zu naturimitierenden Materialien. Täuschend echt ahmt etwa Beton geschichtete Steinplatten als Wandschmuck nach, Laminat haptische Holzoberflächen oder Tapeten eine Ziegelwand bzw. ein Waldpanorama. Neue fotorealistische Herstellungsverfahren machen es möglich.

Bei den Accessoires liegen Unikate im Trend, denn die Wohnung ist mehr denn je ein Ausdruck der Persönlichkeit. Vom Handgearbeiteten bis hin zur Individualisierung mit Lieblingsgedicht oder Familienfoto – es wird ganz genau ausgewählt, was zu einem passt und was nicht. Je einzigartiger die Accessoires dabei sind, umso mehr verschwimmt die Grenze zwischen Dekorativem und Kunstwerk.

 

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