Der Frühjahrs-Check fürs Haus

Der prüfende Blick, ob das Geländer noch stabil ist, die Lackschicht intakt, sollte im Frühjahr zum Ritual jedes Immobilienbesitzers gehören. Wie auch die anschließende Reparatur möglicher Schäden.

Frost und Sturm können einem Haus über den Winter ganz schön zusetzen. Jetzt ist die richtige Zeit, Schäden aufzuspüren, um den Wert der Immobilie langfristig zu sichern.

„Kyrill“ ist vielen Hausbesitzern noch in übler Erinnerung. 2007 war’s, als dieser Orkan übers Land fegte und eine Schneise der Verwüstung hinterließ. Im gerade zu Ende gehenden Winter wurden wir von solchen Windstärken verschont, aber dafür stellten im Süden Deutschlands enorme Schneemassen die Dachflächen auf eine harte Belastungsprobe. Sind vielleicht Dachziegel gebrochen, Regenrinnen aus der Halterung gepresst, Dichtungen gerissen? Diese Fragen stellen sich jetzt.

Aber es müssen gar keine extremen Wetterlagen sein, die ihre Spuren hinterlassen haben. Schon die ganz normalen Temperaturunterschiede zwischen Sommer und Winter, Wind und Regen, Blätter und Moos stellen eine große Herausforderung für die schützende Hülle unseres Zuhauses dar. Damit aus einem kleinen Riss kein großer Feuchteschaden wird, aus einer Blätterhaufen in der Regenrinne kein Pfropf, der sie beim nächsten Guss überlaufen lässt, reicht ein entspannter Vormittag am Wochenende, um das Haus einer wohlwollend-kritischen Prüfung zu unterziehen. Und um diese Punkte geht’s:

Dach: Haben sich in einem Sturm Dachziegel gelöst oder verschoben? Wie geht es den Einfassungsblechen rund um den Kamin oder an den Gauben? Sind Verkleidungen vom Frost rissig geworden? Das lässt sich mit dem Fernglas anschauen. Schwer zugängliche Stellen sollte ein Dachdecker prüfen. Bei Flachdächern ist die Dachpappe sorgfältig auf Risse zu untersuchen. Auch sollte Moos entfernt werden. Das gilt ebenso für das Garagendach. 

Blitzableiter: Sitzt er noch fest auf First und Gauben?

Regenrinnen und Fallrohre: Laub und Schmutz entfernen, die Stabilität und möglichen Rostbefall prüfen.

Fassade: Sind Haarrisse im Putz entstanden, klingt er gar an manchen Stellen hohl? Blättert die Farbe ab? Sandet der Fugenmörtel in einem Verblendmauerwerk? Das sind Alarmzeichen, die der Fachmann anschauen sollte. Gibt es Laufspuren von Wasser an der Fassade? Das kann auf einen Schaden an Dach oder Regenrinne hindeuten.

Solar- und Photovoltaik-Zellen: verschmutzte Solarmodule reinigen lassen, um den Wirkungsgrad zu verbessern.

Fenster und Türen: auf Risse prüfen, gerade auch an den Dichtungen an der Wetterseite. Kleine Risse im Lack gleich ausbessern, damit  sie nicht weiter aufplatzen.

Roll- und Fensterläden: Führungsschienen und Dichtungen überprüfen, Scharniere ölen.

Geländer: Mal kräftig rütteln am Balkon- oder Terrassengeländer, den Lack überprüfen und nach Möglichkeit sofort ausbessern.

Kellerschächte: reinigen und die Einbruchsicherung prüfen.

Terrassenbelag und Gartenwege: auf hochstehende Kanten überprüfen und Moos entfernen.

Bäume: auf mögliche Sturmschäden prüfen, angebrochene Äste abschneiden (lassen).

Unternimmt man diesen Frühjahrs-Check regelmäßig und bessert kleine Schäden sofort aus, entwickelt sich erst gar kein Sanierungsstau am Haus, bleiben die Kosten für Reparaturen am Haus überschaubar. Ist aber doch ein größerer Schaden entstanden, ist der Zeitpunkt für eine Ausschreibung oder Auftragsvergabe an Handwerker günstig. Über die Monate bis zum Herbst, wenn die Reparatur erledigt sein sollte, bleibt jetzt genügend Zeit.

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