Besser wohnen mit weniger Plastik

Der Picknickkorb aus Rattan enthält alles, was wir für ein stilvolles Essen am Strand oder im Park benötigen. Und wird danach einfach wieder zusammengepackt.

So klein die Bestandteile, so groß das Problem: Mikroplastik ist mittlerweile in so vielen Produkten vorhanden, dass nicht nur die Umwelt, sondern auch unsere Gesundheit gefährdet ist. Wir sagen, wie Verzicht auf Plastik beim Wohnen gelingt.

Plastik ist ohne Zweifel ein Geniestreich der chemischen Industrie: billig herzustellen und unglaublich variabel. Tragetaschen werden daraus hergestellt und Herzklappen, Flachbildschirme und Kontaktlinsen, Regenjacken und Gemüseverpackungen. Um nur einen Nano-Anteil der Produktvielfalt wiederzugeben. Und das ist das Problem: Jährlich werden weltweit mehr als 335 Millionen Tonnen Plastik hergestellt.

Probleme für Mensch und Tier entstehen vor allem dann, wenn der Plastikmüll nicht recycelt wird, sondern in der Umwelt landet. Dann gelangt er häufig ins Meer, wird an weit entfernten Stränden angespült oder sammelt sich im „Great Pacific Garbage Patch” (zu deutsch „Großer Pazifischer Müllteppich“) zwischen Nordamerika und Asien. Das alleine ist alarmierend genug, aber das Problem reicht viel weiter. Denn Plastik braucht teilweise mehrere hundert Jahre, um abgebaut zu werden. Und die Abbauprodukte sind sehr häufig winzige Teilchen, mittlerweile als Mikroplastik bekannt. Sie wurden mittlerweile in Fischen, Meeresfrüchten und Meersalz nachgewiesen.

Eine weitere Quelle für dieses Mikroplastik ist nicht etwa der Abfall, sondern die kosmetische Industrie: In vielen Peelings, Zahnpasten, Gesichtscremes, Duschgels, Seifen und Make-Ups ist es enthalten. Und gelangt über das Abwasser ins Meer. Mit den beschriebenen Folgen.

Wie können wir umsteuern?

Der Weg geht sicher nicht über einen kompletten Verzicht auf Plastik, sondern über einen bewussteren Umgang damit. Dass wir Stoffbeutel statt Plastiktüten verwenden, ist schon viel verbreiteter als vor Jahren, dass wir Nahrungsmittel wieder lose statt eingeschweißt kaufen, wird gerade Trend. Aber da dieser Blog sich ja mit Wohnen befasst, schauen wir doch mal, was in den eigenen vier Wänden möglich ist.

In der Küche verwenden wir Schneidebretter, Spülbürsten und Salatbesteck aus Holz, nehmen Vorratsdosen, Rührschüsseln und Siebe aus Edelstahl oder Emaille. Und natürlich: Wir kochen frisch, statt Fertiggerichte aufzuwärmen.

Im Bad benutzen wir Seife statt Flüssigseife, verwenden Nassrasierer aus Holz und Edelstahl, Zahnbürsten aus Bambus und Zahnputzbecher aus Keramik. Und wir achten darauf, dass wir keine Peelings oder Shampoos verwenden, in denen Mikroplastik enthalten ist. Einen Einkaufsratgeber gibt es hier: https://www.bund.net/fileadmin/user_upload_bund/publikationen/meere/meere_mikroplastik_einkaufsfuehrer.pdf 

Am Esstisch sind es Sets aus Stoff oder Rattan, ist das Geschirr klassisch aus Porzellan, und wenn zusätzliche Gäste kommen, sitzen sie auf Klappstühlen aus Holz.

In den Wohnräumen sind Aufbewahrungskisten und Möbel vorzugsweise aus Holz oder Metall – nachhaltigem Material mit guter Ökobilanz. Wer in den 90erjahren Kunststoff-Möbel gekauft hat, weil sie Trend waren, weiß mittlerweile: Sie altern nicht gut, ganz im Gegenteil zu Holz oder Leder.

Wenn’s nach draußen geht, nehmen wir Thermobecher, Edelstahl-Trinkflaschen und stilvolles Picknick-Geschirr im Rattankorb.

Wir stellen fest: Eigentlich ist es ganz leicht. Außerdem nachhaltiger – und schöner! Wer je den Unterschied wahrgenommen hat zwischen einem echten Parkett aus Holz und der Nachbildung aus PVC, muss nicht lange überlegen, wofür er sich entscheidet. Ja, das Holz kostet deutlich mehr, aber es ist die deutlich bessere Investition: langlebig, wertstabil, umweltfreundlich und so viel stilvoller.

Und noch eins: Wer seine Möbel im Geschäft am Ort kauft – sie womöglich sogar in der Region hergestellt wurden! – und nicht per Internet bestellt, kann viel Verpackungsmüll sparen, in der Regel also jede Menge Plastik.

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